Februar 2007
Monthly Archive
Der fortschreitende Umbau Moskau´s hat keine Haussmann´schen (und nicht mal Wren´sche) Dimensionen, wird das “Look and Feel” des Stadtkerns jedoch nachhaltig verändern.
Hier einige Links (russischer Text, aber entlang der Konventionen des Weblooks begehbar):
http://russos.livejournal.com/316557.html
http://www.capitalgroup.ru/
http://www.antyapi.com/ru/index.html
(thanks, Victoria)
Was über a-history-of-now valide ausgesagt werden kann:
Unsere Leser haben mind. 2 akademische Abschlüsse, erwirtschaften 0,15% des weltweiten BSP, sind multilingual veranlagt und werden vor Überschreiten des 50gsten Lebensjahres sterben. In der Regel wird dreimal täglich mit ihnen geflirtet, ohne dass ihnen das bewusst werden könnte, da sie von dem Gedanken abgelenkt sind, welche Aneinanderreihung von Zufällen ihnen gleich wieder den Tag verderben wird. Einzig weißes Rauschen eskortiert in die Katharsis.
Die sich hieraus ergebende Fragestellung ist: Sollen alle Artikel von nun an in englischer Sprache verfasst werden? Looking forward to hearing from you.
Da Zielgruppenüberschneidung die neue Partnerseite von von a-history-of-now. (via neatorama)
Investigativer Qualitätsjournalismus und Waffennarretei waren schon immer dicke Buddies. (s. auch hier)
“King Porno” ist offenbar eine selbstgewählte Sammelbezeichnung für unsagbar dümmelnde Hinterwäldler, die in verstörenden Lebenswelten das tun, was nur in einem gutmütig gesteckten definitorischen Rahmen als “Leben” bezeichnet werden könnte. Und falls der Künstlername PH 1 tatsächlich bewußt auf die Initialen von Paris Hilton rekurriert, bin ich bereit, jedweden Begriff des Individuums in Bezug auf das deutsche Hinterland ohne Wenn und Aber und mit allen daraus resultierenden Konsequenzen aufzugeben.
Wie aus dem Video ersichtlich gibt es auch eine Webrepräsentanz. Mir wird ganz anders, wenn ich daran denke, dort auf mein Lebensende warten zu müssen. Jeden Tag dafür arbeiten und nimmer die Hoffnung aufgeben, dass das Internet zukünftige Generationen vor derart atavistischen Tendenzen bewahrt.
Einer der mir lieben Aspekte an Streetart ist ihre Vergänglichkeit, was die prinzipielle Veränderbarkeit im öffentlichen Raum einschließt. Wer so viele schöne Bilder mit einem Fingerstreich löscht und neu kreiert wie Rinpa Eshidan aus Japan muss den Gedanken echt mit den dicken Löffeln gefressen haben (auf dem Video ist die Arbeit einer Woche sichtbar).
Trotz ausgedehnter Spaziergänge hatte ich seinerzeit wenig Glück, Streetart in Japan aufzustöbern. Mein Lieblingspiece findet sich in der Galerie.
.[mygal=shibuya_graffiti]
… nennen Marketingmenschen und jene, die deren Texte lesen, die gerade zahlenmäßig zunehmende Gruppe der Menschen, die den Alterslimes von 50 durchbrochen haben und ans Internet angeschlossen sind. Finden generell gerade unwahrscheinlich viele Seminare etc. statt, bei denen der Versuch unternommen wird, den grauen Mob auszuleuchten und ihm genehme Kommunikationstrukturen und Angebote zu installieren. Altenbetreuung und die ehedem ach so hippe Werbung konvergieren. Haha. Niemals. Höllenjob. Hat schon jemand den Zuwachs an Sexwerbespots für über 50jährige in der letzten Dekade untersucht? Deine nächste Doktorarbeit.
Jedenfalls ist es eineindeutig an der Zeit, Marvel darüber in Kenntnis zu setzen, in welch übelriechendem Kontext der geschützte und erlauchte Name “Silversurfer” Verwendung findet. Die Vorstellung, dass sich irgendein verschmitzt bis wily lächelnder “Opi”
(Exkurs: Die Verniedlichung von “Opa” ist fraglos unzulässig. A-history-of-now schlägt einer weiterhin illusionären Weltgemeinschaft hiermit vor, das Alter von Menschen sprachlich durch Weglassung von Buchstaben zu signifizieren. Ein mittelalter Opa ist Op. Ein uralter Opa ist O. Irgendwann ist eine Opa gar nichts mehr. Der einsichtige Leser erkennt: mit zunehmendem Alter verschwinden die Differenzen zwischen den Wörtern. Dies ist indes intendiert im Hinblick darauf, dass die Unterscheidungsfähigkeit zwischen alten Menschen sinkt. Gegenstände werden durch Verlust an Unterscheidungsfähigkeit zu Dreck oder Schrott. Menschen werden zu O.)
an mich heranmacht, und mich behelfs seiner grauen Zunge und einer ausgeleierten Glottis sowie in irrig-vermessener Erwartung einer freundschaftlichen Grundhaltung darüber in Kenntnis setzt, ein “Silver Surfer” zu sein, ist einfach nur abstoßend. Ich kanns nicht beschreiben, aber bei der Vorstellung wird mir einfach kotzübel.
… gewann als Philosoph 1950 den Nobelpreis für Literatur und hat u.a. eine und die wunderbare “Philosophie des Abendlandes” geschrieben. An der Schreibweise erkennt man: jemand der sich respektvoll und versiert bemühte, den Gedanken des Anderen zu denken, um ihn dann analytisch zu demontieren. Sehr sexy.
Im 3. Kapitel der PdA wendet sich Russell Pythagoras zu, von dem er sehr nüchtern berichtet, dass dieser eine Religion aufrichtete, die es für sündhaft erklärte, Bohnen zu essen. Im Fortgang zählt er folgende Gebote der pythagoreischen Religion auf:
“1. Sich der Bohnen zu enthalten.
2. Nicht aufzuheben, was zu Boden gefallen.
3. Keinen weißen Hahn anzurühren.
4. Brot nicht zu brechen.
5. Über kein Querholz zu treten.
6. Das Feuer nicht mit Eisen zu schüren.
7. Nicht von einem ganzen Laib zu essen.
8. Keinen Kranz zu zerreißen.
9. Nicht auf einem Viertelmaße zu sitzen.
10. Nicht das Herz zu essen.
11. Nicht auf Landstraßen zu gehen.
12. Keine Schwalben unter seinem Dache zu dulden.
13. Die Spur des Topfes nicht in der Asche zu lassen, wenn er herausgenommen wird, sondern die Asche durcheiander zu rühren.
14. Sieh nicht neben einem Lichte in einen Spiegel.
15. Wenn du dich aus dem Bettzeug erhebst, rolle dieses zusammen und glätte den Eindruck deines Körpers aus.”
Unbewusst führe ich vermittels meiner Daseinsweise die pythagoreische Religion in fast vollkommener Reinheit fort und lade hiermit jedermann ein, mein frommes Leben mit mir zu teilen. Artikel 1 GG ist in meinem Freundeskreis bereits jetzt durch das erste Postulat Pythagoras´ substutiert. Wer jetzt sagt, dass das vorsätzlich verfassungsfeindlich ist, hat richtig gedacht. Der Tag der pythagoreischen Diktatur naht gnadenlos und Vegetarier sind Teufel.
Ich stimme nicht ohne Benennung zusätzlicher Variablen zu, bin aber ansonsten begeistert.
via Stumbleupon
Als ich 1991 zum ersten Mal die Star Wars Trilogie im Fernsehen sah, manifestierte sich sogleich ein durchdringendes Gefühl, das ich seitdem nicht mehr ablegen konnte – die möglichen Narrative auf Planet Erde und somit mein und dein Leben sind höchstens drittklassig. Wer das nicht sieht, ist in einem entscheidenden Sinne tot geboren. Auf zahllosen – meist US-amerikanischen – Sites sieht man sich mit der dünnen Phrase konfrontiert, dass jedes Leben ein Roman sei, das darauf warten würde, niedergeschrieben zu werden. Ich verweigere die Lektüre bereits jetzt. Alle Geschichten müssen hinter der Geschichte einer menschenähnlichen Kreatur (Han ist kein Mensch !) und ihres Wookie-Freundes zurückstehen. Wer den Wookie heulen hört, weiß, dass irdische Liebe Schlagermusik ist und hört fortan weg.
Break.
Einer der nachhaltigsten – psychosomatisch – auf mich wirkenden Eindrücke aus Star Wars war Luke´s Heilung in einem Schleimcontainer am Anfang von “Empire”. Wenigstens dieses Gefühl kann man jetzt reuelos zum günstigen Preis auch auf unserem tristen Planeten erwerben.
via boingboing
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